Welchen Einfluss hat die Schwerelosigkeit auf chemische Experimente? Diese Frage stellten sich die Gäste des JCF Bremen aus den JCF‐Regionalforen Essen, Oldenburg und Rostock am 23. Februar. Die Antworten fanden sie auf der Spitze des 146 Meter hohen Fallturms des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (kurz Zarm).

Jungchemiker aus Essen, Oldenburg, Rostock und Bremen in der Spitze des Fallturms in 146 Meter Höhe.
Foto: Julia Tielke

Zu Beginn der Führung zeigte die Doktorandin Julie Tielke einen kurzen Einführungsfilm über die Fallturmexperimente. Im Kontrollraum, in welchem die Experimente gesteuert und überwacht werden, wurden die einzelnen technischen Anlagen und der Ablauf eines Fallturmexperimentes erklärt. Anschließend ging es in die Halle, in der die Experimente vorbereitet werden und sich der Zugang zum Fallturm befindet. Innerhalb der Fallkammer bietet sich ein einmaliger Blick in die 120 Meter hohe Fallturmröhre. Hier werden die Kapseln unter Vakuum fallen gelassen – ein Experiment dauert nur 4,74 Sekunden. In der Kammer befinden sich Styroporkugeln auf dem Boden. Die Kapseln fallen dann in einen acht Meter hohen Auffangbehälter, der ebenfalls mit Styroporkugeln gefüllt ist.

Vor dem Erklimmen der Spitze des Turms wurde das materialwissenschaftliche Labor besucht. Die Gruppe um Martin Castillo stellt Zinksulfid als elektrolumineszentes Material unter Schwerelosigkeit her. Mit Kameras kann die Reaktion während des Fallexperiments beobachtet werden. Durch das Aussetzen der irdischen Bedingungen werden die Reaktionsbedingungen verändert. Die Synthese unter Schwerelosigkeit liefert homogenere Produkte mit kleineren Kristallen als unter normaler Schwerkraft.

Am nächsten Tag stellten die Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsprojekte dem Plenum vor. Im Anschluss wurde gemeinsam erarbeitet, wie die Zusammenarbeit im JungChemikerForum verbessert werden kann. Neben neuen Möglichkeiten von selbst organisierten Veranstaltungen bis hin zu Dos and Don’ts wurden neue Veranstaltungskonzepte diskutiert und Ideen für künftige gemeinsame Veranstaltungen gesammelt.
(Sarah Schriefer, JCF Bremen)

Am 1. und 2. Juli richtete das JCF Rostock ein Get-together mit den JCF-Regionalforen Berlin, Bremen und Oldenburg aus. Zweck des Treffens war es, über zukünftige gemeinsame Projekte zu diskutieren und sich über Probleme und Lösungen bei der Arbeit im JCF-Regionalforum auszustauschen. Ein Schwerpunkt dabei war die Frage: "Wie kann die Chemie attraktiver nach Außen gestaltet und wie können junge Menschen für die Chemie begeistert werden?". Die auf dem Get-together erarbeiteten Lösungen sehen vor, vermehrt mit Schulen zu kooperieren, Schauvorlesungen zu organisieren und Hiflestellungen bei Jugend forscht anzubieten. Auch die Zusammenarbeit mit Schülerlaboren aus der Region soll forciert werden. Ein Highlight auf dem Treffen war der Vortrag und die Diskussion mit Dirk Hollmann, Projektkoordinator an der Rostock-Hanoi-DAAD-SDG-Graduiertenschule RoHan, über Verantwortung in der Chemie, Nachhaltigkeit von Reaktionen und Möglichkeiten von Überwindung von kulturellen und wissenschaftlichen Grenzen.

Get-together des Rostocker JCFs mit den JCF-Regionalforen Berlin, Bremen und Oldenburg: Neben Nachtwächterführung durch die Altstadt von Rostock und einem Grillabend gab es eine Hafenrundfahrt auf der Warnow. Foto: Simone Brinker

Auch in Zukunft werden die JCF-Regionalforen aus Rostock, Berlin, Bremen und Oldenburg zusammenarbeiten und gemeinsame Aktivitäten wie Exkursionen und Netzwerktreffen durchführen. Geplant ist eine Erweiterung des Get-togethers mit den Regionalforen Kiel und Hamburg.
(Julia Janke, JCF Rostock)